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Folge 7: “So lost” – Modewort oder versteckte Botschaft?

„Ich bin so lost“, eine Floskel, die 2020 in die Jugendsprache eingeht. Während die Jugendlichen das Wort „lost“ gern als Modewort verwenden, beweisen Psychiater und diverse Umfragen, dass an dem Wort mehr dran ist als nur eine coole Redewendung.

Nach einer Studie der Med. Uni Wien und Donau Uni Krems legen mehr als die Hälfte Österreichs Jugendlicher depressive Verhaltensweisen an den Tag. Die Überbelegung der Jugendpsychatrie im AKH Wien seit Jänner 2021 zeigt, dass eine depressive Verstimmung oftmals auch in eine psychische Erkrankung führt. Die Begründung liegt dabei häufig in der Isolation, der sich die jungen Erwachsenen angesichts der Corona-Situation hingeben müssen. Doch auch in der Tatsache, dass viele junge Menschen in der Krise ihren Job verloren haben.

Niemand will zur “Lost Generation” gehören

So oft das Wort „lost“ bei der Jugend auch fallen mag, sie selbst wollen keinesfalls als „Lost Generation“ bezeichnet werden; das zeigt eine Umfrage unter 173 Oberstufen-SchülerInnen, welche von uns – dem career Institut & Verlag – durchgeführt wurde. „Wie soll man am besten mit dem hohen Leistungsdruck in unserer Gesellschaft umgehen? Ich habe das Gefühl, dass Corona die Situation noch verschlechtert hat, weil niemand zur ‚Lost Generation‘ gehören will!“, meint zum Beispiel Valentina, 18, aus Graz und spricht damit einer ganzen Generation aus der Seele.

Wie umgehen mit so viel Druck?

Als wäre die „Kleinigkeit“ Corona nicht schon eine ausreichend große Barriere für den Berufseinstieg, weiten sich Stellenanzeigen heutzutage um geforderte Interdisziplinarität, Soft und Social Skills aus; digitale Medienkunde wird ohnehin mit Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Die „eierlegende Wollmilchsau“ soll also im besten Fall auch noch Kommunikationstalent, Teamfähigkeit und Berufserfahrung mitbringen.
Die angesichts der Corona-Pandemie bedingt gestiegene (Jugend-)Arbeitslosigkeit wie auch der vermittelte Leistungsdruck in Stellenanzeigen überfordert und entmutigt viele Jugendliche. 37 % der Befragten finden, dass aktuelle Stellenausschreibungen zu hohe Anforderungen an sie, an BerufseinsteigerInnen, stellen.

Motivation statt Resignation! Mut statt Angst machen!

Bei all diesem Druck fällt es nicht leicht, positiv zu bleiben. Daran ändern weder die Sonne, die wieder öfter vorbeischaut, noch der gute alte Osterhase etwas. Deshalb setzte sich unser Zukunftsforum: Junger Arbeitsmarkt zum Ziel, Chancen aufzuzeigen, Fragen zu beantworten, Unsicherheiten zu beseitigen – unter dem Motto: Motivation statt Resignation! Mut statt Angst machen!
Neben ExpertInnen-Interviews stehen unter www.career.gmbh/zukunftsforum auch Kurzvideos von Arbeitgebern zur Verfügung, die BerufseinsteigerInnen zeigen, DASS und WIE Bewerbungen jetzt Sinn machen. Denn so viel Corona im Recruiting-Prozess verändert hat – Stichwort: Digitalisierung, eines bleibt unbestritten: Eine Organisation ist nur so gut wie ihre Mitarbeitenden. Es menschelt im Business!

Die Liebe zum Backen entdeckt?

So braucht man vor HR-Verantwortlichen keine „Angst“ zu haben. Sie wissen um individuelle Werdegänge und zeigen bei engagierten KandidatInnen gerne auch Verständnis: „Intrinsische Motivation kann eine Lücke im Lebenslauf oder eine schlechte Zensur ausgleichen“, weiß die BEST-RECRUITERS-Studienleitung Mag. Agens Koller. Ist die Lücke im CV Corona-bedingt, stößt man ganz bestimmt nicht auf taube Ohren, schließen tragen wir alle die Krise seit über einem Jahr mit. „Erzähl uns im Bewerbungsschreiben, was du in dieser Zeit gemacht hast. Hast du die Liebe zum Backen entdeckt? Oder bist du für Oma einkaufen gegangen?“, ermuntert die Personalabteilung von Peek & Cloppenburg zu Bewerbungsunterlagen mit Mut zu Individualität.

Kein Meister ist je vom Himmel gefallen

Dass lebenslanges Lernen wichtig ist und nicht Hopfen und Malz verloren sind, wenn man als BerufseinsteigerIn noch nicht alles kann, bestätigt das HR-Team von EY, die speziell für BerufseinsteigerInnen wie AbsolventInnen einer Uni/FH oder MaturantInnen Positionen anbieten. Die Unternehmensberater wollen dabei eines unterstreichen „Wir sind und waren schon immer eine Ausbildungsstätte.“

Wir glauben nicht an eine Lost Generation

Wenn man sich im Bewerbungsprozess – besonders angesichts der Corona bedingten Arbeitsmarktumstände – manchmal „lost“ fühlt, ist das absolut verständlich. Und zwar nicht nur bei BerufseinsteigerInnen. Trotzdem darf man sich Mut, Motivation und den Glauben an sich selbst nicht nehmen lassen – meint auch das Recruiting-Team des BRZ und lädt zum Bewerben ein: Wir glauben nicht an eine Lost Generation oder daran, dass es keine Jobs gibt. Besser noch: Wir wissen, dass es nicht so ist!“

In diesem Sinne möchten wir als career Institut & Verlag eine Botschaft mit auf den Weg geben: